
Tina Strass
Mein Weg zur ADHS-Elternberatung
Schon früh hat mich fasziniert, wie Menschen denken, fühlen und handeln.
Auch wenn mein beruflicher Weg zunächst über ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Schwerpunkt Markenpsychologie führte, blieb eine Frage immer: Was bewegt Menschen wirklich?
Mir wurde klar, dass ich nicht mit Inszenierungen arbeiten möchte, sondern mit echten Menschen und ihren echten Herausforderungen. Über Stationen in der Ergotherapie und die Zusammenarbeit mit einer inklusiven Kindertagesstätte, fand ich schließlich meinen Weg in die Sozialpädagogik. Der ungefilterte Blick der Kinder auf ihre Umgebung beeindruckte mich sehr. Berufsbegleitend absolvierte ich folglich die Ausbildung zur Erzieherin, arbeite seitdem in verschiedenen inklusiven Einrichtungen und begleite Kinder und deren Familien im Alltag.
Besonders die Kinder, für die der Kita- und Schulalltag spürbar anstrengender ist, rückten dabei immer mehr in meinen Fokus. Ihr Verhalten verstehen zu lernen, statt es vorschnell zu bewerten, wurde zu einem zentralen Bestandteil meiner Arbeit.
ADHS verstehen – beruflich und persönlich
Im Rahmen meiner pädagogischen Arbeit, durch den fachlichen Austausch mit TherapeutInnen, PsychologInnen und ÄrztInnen sowie durch zahlreiche Weiterbildungen, beschäftige ich mich seit Jahren intensiv mit Neurodivergenz, insbesondere mit ADHS und bilde mich stetig weiter fort.
Auch bei Kindern in meinem unmittelbar familiären Umfeld wurde vor einigen Jahren ADHS diagnostiziert. So erlebe ich ADHS nicht nur fachlich, sondern auch aus der Elternperspektive – mit all den Fragen, Sorgen, Unsicherheiten und Herausforderungen, die der Familienalltag, Schule und Übergänge mit sich bringen.
Diese doppelte Perspektive prägt meine Arbeit bis heute: fachlich fundiert und mit einem tiefen Verständnis für die Realität von Familien.
Meine Motivation
Kinder mit ADHS und anderen neurodivergenten Besonderheiten benötigen häufig mehr Begleitung, Geduld und individuell angepasste Strukturen als Gleichaltrige.
Bereits im Kindergartenalter zeigen sich oft Impulsivität, Konzentrationsschwierigkeiten oder Probleme im sozialen Miteinander. Spätestens mit dem Schuleintritt steigt der Druck – die Anforderungen werden größer, während die Unterstützung weniger wird.
Genau hier setze ich an: Ich möchte Eltern Wissen, Orientierung und Sicherheit geben. Gemeinsam finden wir Wege, die zum Kind und zur Familie passen. Ohne Schuldzuweisungen, ohne Patentrezepte – aber mit Klarheit, Empathie und alltagstauglichen Impulsen.
Immer wieder erlebe ich, wie entlastend es für Eltern ist, zu verstehen, warum ihr Kind so handelt, wie es handelt. Wissen schafft Orientierung und eröffnet neue Handlungsspielräume.
